Thomas Köhler lässt sich von der Absage des Lübeck-Marathons nicht irritieren und läuft die vielen Kilometer trotzdem

Parchim • Wenn Thomas Köhler geahnt hätte, welche Wellen das alles schlagen wird, vielleicht hätte er sich mit seiner Ankündigung „Ich laufe demnächst meinen ersten Marathon” etwas zurückgehalten. Aber, wenn man es genau bedenkt, ein wenig stolz ist er schon darauf, dass über seine Aktion jetzt auch in einem Filmbeitrag im Nordmagazin berichtet wird.

Drehtermin im Cafè Würfel. Hier arbeitet Thomas Köhler. Hier sollen auch die ersten Sequenzen gedreht werden. Alle Akteure sind aufgeregt.
Als die NDR-Journalistin Katinka Plathner, Kameramann Dirk Möller und Bernd Pommerenke vom Ton das Cafè betreten, sitzen der „Hauptdarsteller”, seine Kollegin Nicole Boriczka und die gutgelaunten Frauen des Damenstammtisches „Gluckenverein” schon in „Hab-acht-Stellung”.
Es geht los. Eine kleine Story wird vorgeschlagen: Thomas Köhler kommt aus dem Cafè und bedient auf der Terrasse die Gäste. Hier serviert er einen Kaffee, dort ein Stück Eierlikörtorte. Er nimmt weitere Bestellungen auf und geht wider hinein. Hinter dem Tresen erhält er von Nicole Boriczka noch Informationen, was in der nächsten Woche alles im Cafè-Betrieb zu beachten ist.
Dann ist irgendwann Feierabend. Thomas Köhler „verwandelt” sich. Die Arbeitskleidung wird in Sportkleidung getauscht. Leichten Schrittes verläßt er das Cafè – nicht ohne sich vom „Gluckenverein” zu verabschieden. Die Damen wünschen ihm mit großem Hallo noch alles Gute für das Training.
Schnitt.
Die nächsten Szenen werden am Wockersee gedreht. Hier trainiert sich der Läufer die nötige Ausdauer für sein großes Vorhaben an. Man sieht ihn mit dem Fahrrad an den See zu seinem Startplatz kommen. Dann setzt sich der 35-Jährige in Bewegung. Begleitet wird er an einigen Streckenabschnitten vom NDR-Kleinbus, in dem der Kameramann sitzt und den Läufer filmt.
Aber das sind „nur” die Bilder. Sowohl im Cafè Würfel als auch an der Laufstrecke holt die Redakteurin Informationen von allen Akteuren ein, die im Filmbeitrag verwendet werden sollen.
Thomas Köhler berichtet über seinen Entschluss, 2020 seinen ersten Marathon zu laufen. Dann wurde wegen Corona der Lübeck-Marathon abgesagt, an dem er teilnehmen wollte. Doch der Sportler lässt sich nicht beirren und sagt: „Das ziehe ich jetzt trotzdem durch” und läuft die über 42 Kilometer am 25. Oktober eben in und um Parchim.

Seine Kolleginnen Astrid Thorhauer und Nicole Boriczka drücken ihrem Thomas natürlich die Daumen. Genau wie die Frauen des „Gluckenvereins”, die von einigen Cafè-Gästen augenzwinkernd auch „Wilde Hühner” genannt werden. Vielleicht zeigen sie ihr Temperament, das sie sonst bei Kaffee und Kuchen an den Tag legen, auch an der Laufstrecke.
Thomas Köhler würde es freuen. Er hat sich übrigens für den Marathon eine Zeit von 4:16:00h vorgenommen. Aber die ist eigentlich egal.